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Exodus | antetanni liest Leon Uris

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Exodus von Leon Uris

antetanni-liest_Exodus_Leon-UrisDiesem Buch sieht man es an, dass ich es mehrfach gelesen habe… 😉

Jedes Zeile war es aber auch wert, mehrfach gelesen zu werden! Selten zuvor habe ich ein solch tolles Buch gelesen. Leon Uris schrieb hier das brillante Epos über die Gründung des Staates Israel.

Das Buch ist eine gelungene Umsetzung von Geschichte in Romanform und von der ersten bis zur letzten Seite mitreißend und spannend geschrieben. Leon Uris verfügte aber auch über einen exzellenten Schreibstil, wie ihn nur wenige Autoren haben und hatten!

Uris verknüpft in seinem 1958 erschienenen Roman, mit dem er über Nacht Weltruhm erlangte, historische Vorgänge mit einer Vielzahl von Erlebnisberichten und ermöglicht es dem Leser damit, in die Zeitgeschichte einzutauchen und zu verstehen, warum die Juden nach 2000 Jahren zurück nach Palästina kamen.

Das Buch: 1946 hat England unter dem Druck der arabischen Welt die Einwanderung europäischer Juden in sein Mandatsgebiet Palästina für illegal erklärt und auf Zypern Auffanglager für jüdische Emigranten eingerichtet. Nachdem die englische Blockade nicht zu durchbrechen war, schickte die jüdische Geheimorganisation ‚Mossad Aliyah Bet‘ in einer Verzweiflungsaktion dreihundert jüdische Kinder auf einem altersschwachen Dampfer mit dem symbolischen Namen Exodus in Richtung Palästina. Die auf Zypern anwesenden Journalisten wurden darüber informiert und den Engländern wurde angedroht, das Schiff in die Luft zu sprengen, falls die Überfahrt verhindert würde, sodass sie es schlussendlich passieren lassen mussten.

Vor dem Hintergrund dieser dramatischen Episode lernt der Leser die Hauptpersonen des Romans kennen, deren Vergangenheit der Autor in Rückblenden schildert:

Kitty Fermont, eine amerikanische Krankenschwester, die Mann und Tochter verloren hat, und nun verzweifelt ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben versucht. Ihr Schicksal verbindet sich mit dem von Ari ben Kanaan, einem heldenhaften jüdischen Freiheitskämpfer. Zahlreiche weitere Personen sind auf tragische Weise in die Geschehnisse verwickelt, die in der dramatischen letzten Phase der Staatswerdung Israels in Palästina gipfeln.

Leon Uris hat mit diesem Roman zahlreiche Menschen auf der ganzen Welt zum ersten Mal mit der tragischen Geschichte der europäischen Juden und der Geburt Israels konfrontiert. Die historischen Fakten sind sehr fundiert geschildert und recherchiert. Ein Buch, das sehr zu empfehlen ist, um etwas über das Leben in Galiläa, Judäa und Samaria vor der Staatsgründung zu erfahren. Kritikern, die dem Buch Einseitigkeit vorwerfen, sei hier gesagt, dass die im Buch vermittelte Sichtweise notwendige Voraussetzung für das Begreifen des Handlungsverlaufes und auch des Geschichtsverlaufes ist. Genauso wäre diese Schreibweise bei der Lektüre einer arabischen Sichtweise angebracht und richtig (hierzu kann ich übrigens gleich auch das Buch Haddsch vom gleichen Autor empfehlen!). Diese Art des Romans trägt maßgeblich dazu bei, die tatsächlichen Umstände verstehen zu können. Inwieweit man selbst oder andere, die als Lesende über den Dingen stehen, anders gehandelt hätte(n), oder was man sonst noch einbeziehen würde, ist daher irrelevant. Es darf dabei auch nicht vergessen werden, dass unser Blick auf dem heutigen Wissen über die Geschehnisse nach 1948 gründet.

Der Roman wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und unter der Regie von Otto Preminger 1960 verfilmt.

Der Autor: Der US-amerikanische Schriftsteller Leon M. Uris wurde am 3. August 1924 in Baltimore, Maryland, geboren und verstarb am 21. Juni 2003 in Shelter Island, New York. Er begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Schreiben, zunächst als Journalist, später schrieb er Romane und Drehbücher.

Für mich ist Exodus von Leon Uris eines der bedeutendsten Bücher, die ich bisher gelesen habe! Wie schön, dass mir das Buch beim Aufräumen wieder in die Hände kam – es wird eines der wenigen Bücher bleiben, die ich mehrfach gelesen habe und das ich in Kürze nochmals lesen werde. Diese Geschichte ist heute noch so aktuell wie 1958.

Exodus von Leon Uris10 von 10 Punkten. Unbedingt.

antetanni liest… Eine unvollständige Reihe… Fortsetzung folgt.

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