antetanni

(M)ein kunterbunter Blog rund um Nähen, Fotografie, Wandern, Kochen und viele andere schöne Dinge.

Die Pfeiler der Macht | antetanni liest Ken Follett

6 Kommentare

Eine glückliche Fügung!

antetanni-liest_Ken_Follet_Die-Pfeiler-der-Macht_1So oder so ähnlich kann ich es beschreiben, wie ich zu Ken Folletts Die Pfeiler der Macht gekommen bin. Da ich nämlich noch jede Menge Bücher auf meiner Leseliste im Kopf und tatsächlich auf dem Lesestapel liegen habe, halte ich mich zurück, was den Kauf weiterer Bücher betrifft. Doch wie so oft, kam es anders…

Kürzlich war ich morgens wohl deutlich früher dran als sonst und somit war unsere Tageszeitung noch nicht im Kasten. Was tun in der Straßenbahn während der Fahrt ins Büro? Ich schaute, ob und was denn wohl in den iBooks hinterlegt war und siehe da, das Buch Die Pfeiler der Macht war darunter. Eigentlich wollte ich diesen Roman gar nicht lesen, aber „leselos“ in der Bahn sitzen war auch kein prickelnder Gedanke und so habe ich mit dem Lesen begonnen.

Nachdem ich inzwischen über das erste Drittel hinaus bin, freue ich mich über diese glückliche Fügung, denn die Geschichte liest sich angenehm und flüssig. Eigentlich kein großes Ding, denn alle Bücher, die ich von Follett gelesen habe, waren immer flüssig geschrieben und die Geschichten bestens recherchiert.

* * *antetanni-liest_Ken_Follet_Die-Pfeiler-der-Macht_3 * * *

Zum Buch selbst:

Schon der Prolog beginnt mit einem der Anfangssätze, die einen sofort gefangen nehmen und in die Handlung des Buches hineinziehen (ähnlich habe ich das bislang nur bei Nicholas Christopher und Eine Reise zu den Sternen erlebt). Ken Folletts Roman beginnt also mit diesem Satz:

„An jenem Tag, an dem die Tragödie ihren Lauf nahm, standen alle Schüler der Windfield School unter Hausarrest und durften ihre Zimmer nicht verlassen.“

Die Geschichte beginnt 1866 und spielt im viktorianischen England. An einem heißen Nachmittag im Jahre 1866 unternehmen ein paar Jungs unerlaubterweise einen Ausflug zu einem Badesee. Für einen der Jungen endet der Ausflug tödlich. Sein Tod wird vertuscht, doch auch Jahre später geistert dieses Unglück immer noch durch das Leben seiner Schulkameraden. War es ein dummer Jungenstreich oder ein Unfall. Oder war es ein kaltblütig geplanter Mord?

Dieses Unglück spielt hinein in das große und angesehene Bankhaus Pilaster. Dort sorgt Augusta Pilaster, Frau des geachteten Bankiers Joseph Pilaster, als Mittelpunkt der traditionsbewussten Bankiersfamilie mit allen Mitteln dafür, dass ihr Sohn, seinerzeit auf eben diesem Internat, keinesfalls in Zusammenhang mit dem unglückseligen Badeunfall gebracht wird.

Augusta Pilaster ist eine faszinierende und zugleich bösartige Frau, die in ihren Mitmenschen ein ungeahntes Potenzial an krimineller Energie wecken kann. Keiner kann sich ihrem Bann entziehen, sie spinnt die Fäden in ihrem Netz voller Intrigen und flößt ihr Gift wohl dosiert in den Kreislauf der Familie, wo es langsam, aber dennoch tödlich wirkt… Alles, um ihr Ziel – Macht um jeden Preis – zu erreichen.

Augusta Pilaster ist der erste weibliche Bösewicht in den Geschichte von Ken Follett. In Die Pfeiler der Macht schildert er das viktorianische England mit seiner sozialen Ungerechtigkeit, der vorgeschobenen Prüderie, der Prostitution und der aufkeimenden Frauenbewegung. Es gelingt ihm vortrefflich, die unterschiedlichen Charaktere in den historischen Kontext zu setzen, sodass sich für den Leser ein spannendes Lesevergnügen ergibt.

Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, es fehlen mir ja noch knapp 1.000 Seiten (im iBook, da sind die Seiten ja viel kleiner, das Taschenbuch hat etwas um 640 Seiten, glaube ich). Wenn jetzt morgens die Zeitung im Kasten steckt, bin ich fast ein bisschen enttäuscht, dass ich nicht zum Lesen des Romans komme… 😉

Passend zum Thema bin ich über *Martins* Seite wieder auf die Aktion Gemeinsam Lesen gestoßen, die ich fast vergessen hatte. Gefragt wird dort (bzw. bei *Schlunzenbücher*) in dieser Woche:

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
    Die Pfeiler der Macht von Ken Follett, Seite 683 von 1.673. Im iBook. Ist also keine „verbindliche“ Echt-Seitenzahl.
    *
  2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
    Ihre Reaktion überraschte Hugh.
    *
  3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
    Wie gut, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Ich kam ja per Zufall dazu und hätte es ansonsten nicht gelesen. Wäre schade drum gewesen.
    *
  4. Bleiben eure Lieblingsbücher immer gleich oder gibt es Bücher, die ihr mal geliebt habt und jetzt nicht mehr, oder Bücher, die ihr mal nicht mochtet und jetzt liebt? Und welche Bücher sind das?
    Eine schwierig zu beantwortende Frage. Ich habe hier schon mal von Büchern berichtet, die mich sehr bewegt haben und die wohl zu meinen Lieblingsbüchern gehören, da ich sie auch heute immer noch anderen empfehle, wenn ich nach einem Buchtipp gefragt werde. Manchmal merke ich, wenn ich zufällig ein für mich ur-altes Buch in die Hand bekomme, dass ich früher mal toll fand, dass ich mit dem Schreibstil nichts mehr anfangen kann. Konkret fällt mir jetzt kein Buch ein, aber die Zeit dafür ist für mich dann einfach vorüber. Die Texte lesen sich ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Meiner Zeit. Bücher, die ich nicht mochte und jetzt liebe? Nein. Ich glaube nicht.

Zum Autor Ken Follett:

Ich weiß gar nicht, warum ich Die Pfeiler der Macht erst gar nicht lesen wollte. Wahrscheinlich lag es in erster Linie am deutschen Titel, der so ähnlich wie so viele Bücher von Ken Follett klingt. Das ist aber vermutlich den Verlagen hier ge-schuldet bzw. von ihnen ver-schuldet. Ich habe oft bei Büchern wie bei Filmen das Gefühl, dass die Originaltitel auf Teufel komm raus irgendwie eingedeutscht werden müssen, was nicht immer von Vorteil ist (man denke dabei nur an „Der Morgen stirbt nie“…herrje, was für eine Verbiegung). Egal, anderes Thema…

Ken Follett also: Mein erstes Buch habe ich vor vielen Jahren gelesen – Die Nadel. Ich habe es mega-spannend in Erinnerung. Später dann Die Säulen der Erde und noch ein paar Bücher mehr. Was ich nicht so mochte, war Der Dritte Zwilling, irgendwie hat mich diese Bösewicht-Geschichte nicht so richtig gepackt, vielleicht hatte ich einfach auch andere Erwartungen an Ken Follett, den ich vielmehr mit historischen Geschichten und Epen verbinde. In Die Pfeiler der Macht bietet er genau das an, eine spannende Geschichte in historischem Kontext, gut recherchiert. Ein Abbild der Zeit.

Auf dem Lesestapel liegt tatsächlich auch die Jahrhundertsaga von Follett aus Sturz der Titanen, Winter der Welt und Kinder der Freiheit. Ich hatte die drei Bücher meinem Vater zu Weihnachten geschenkt und sie gefielen ihm sehr gut. Sobald also Die Pfeiler der Macht durch sind, könnte ich glatt mit Band Eins dieser Triologie beginnen.

* * *antetanni-liest_Ken_Follet_Die-Pfeiler-der-Macht_2

* * *

Und die anderen noch ungelesenen Bücher? Kommen auch irgendwann dran… Zunächst aber mein Fazit Stand heute:

Die Pfeiler der Macht von Ken Follett: 8 von 10 Punkten. Der geringe Punktabzug resultiert lediglich daraus, dass es dann doch eben wieder eine typische Ken-Follett-Geschichte ist. Vielleicht revidiere ich meine Meinung später noch, wenn ich mit dem Roman durch bin und doch noch überrascht werde…

Und, was liest du so?

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6 Kommentare zu “Die Pfeiler der Macht | antetanni liest Ken Follett

  1. Ach ja Ken Follett der schreibt toll, ich habe auch noch einige auf meinem SUB. Ich weiß gar nicht warum ich seine Bücher immer aufschiebe 😐

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  2. Hallo Anni!

    ich habe gestern mein aktuelles Buch fertig gelesen und werde mich heute oder morgen entscheiden, welches als nächstes dran kommt.

    Derzeit habe ich viele Handarbeitsbücher in Arbeit, taugt mir gerade sehr. Da ich seit langer Zeit keine Handarbeitshefte mehr kaufe, ist das doch eine ganz gute Möglichkeit. Mein nächster „nachgemacht-Beitrag“ ist in Arbeit. Der Loop wurde auch gestern fertig. Heute noch Fotos machen. Gerade rechtzeitig um ihn heute mit der Malakofftorte zu überreichen 🙂

    Wünsche Dir ein schönes Osterwochenende!

    lg
    Maria

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