Däschle-Tausch 2021 | antetanni näht

Ta(u)schen!

Zum Aufbewahren, Mitnehmen oder Aufräumen von Strick- , Häkel-, Stick-, Handnäh- oder sonstigen Handarbeitsprojekten. Und selbstverständlich kann hier auch alles mögliche andere verstaut werden…

Der Reihe nach… Wie du in meinem Beitrag zum Däschle-Tausch 2021 vielleicht schon gelesen hast, hatte ich mich Mitte Februar bei der Mitmachaktion, die von Christina | minerva-huhn auf Instagram ins Leben gerufen wurde, angemeldet.

Aufgabe war, ein Täschchen für einen zuvor zugelosten Wichtel zu nähen. Mein Plan sah zudem vor:

  • Stoffe und sonstiges Material aus dem Bestand zu verwenden
  • Schnittmuster aus dem Bestand oder ein Freebie, falls jemand die Tasche nacharbeiten möchte, zu wählen

Zu Beginn des Rudelnähens wurden in einem Fragebogen Wünsche nach Taschenmodellen, Farben, Designs und alles mögliche mehr abgefragt. Auf dem Fragebogen meines Wichtels fanden sich folgende Angaben:

_Ich wünsche mir… eine Project Bag (Größe bitte im Freitext) | Anmerkung: Zur Größe gab es keine Angaben.

_Mir gefällt… Ton in Ton, ich lass mich überraschen!

_Mir gefallen Designs von… Laundrybasket, quitplay | Anmerkung: Damit konnte ich leider gar nichts anfangen. Meine Suche bei Google ergab „Wäschekorb“ und arg viel weiter bin ich nicht gekommen. Jesses, die Quilt- und Patchworkgemeinde hat echt eine eigene Sprache, die mich staunen lässt.

_Was ich wirklich, wirklich gar nicht mag… Rot, gelb, zu geometrisch.

Ein erster Blick in meinen reichhaltigen Stoffvorrat brachte diese Auswahl hervor:

Zusätzlich sollten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Instagram möglichst viele Angaben zu ihren Wünschen zeigen, im Idealfall in einer Art Collage/Mosaik, sodass die „Auftragnehmer“ sich ein Bild über die Angaben im Fragebogen hinaus machen konnten. Im Instagram-Account meines Wichtels fand sich leider keine Collage, aber dank einer Bildauswahl, die mir Christina mit den Wichteldaten gesendet hatte, habe ich mich für Blau, Ton-in-Ton und hoffentlich nicht allzu geometrisch entschieden. 😉

Nach einer Runde Surfen im Netz und dank Inspiration nach dem Hashtag #projectbag auf Instagram habe ich mich für den kostenlosen Schnitt Projekttasche Abies von Fabelwald entschieden. Die Tasche ist vielseitig einsetzbar, wie die Eingangsworte dieses Beitrages zeigen. Das Freebie habe ich unten verlinkt. Die fertig genähte Tasche ist 26 cm hoch, 38 cm breit und 15 cm tief. Nicht gerade ein Täschchen gemäß der Definition von Christina, aber gut, kommt auf die Handtasche an. 😀 Die Projekttasche ersetzt dafür hier und da die Handtasche, wenn es mit dem Handarbeitsprojekt in den Garten/auf die Wiese, ins Freibad/an den Badesee oder ans Meer geht. Es passen genügend Wolle, Stoffe und vieles mehr hinein. Außerdem lässt sich die Tasche weit geöffnet auch wie ein Utensilo als Wollkorb oder ähnliches verwenden, das ist vielleicht auch ganz praktisch.

Mit dieser Tasche habe ich zwar mein Vorhaben, dringend mal an meinem Nähplan Taschenspieler weiter zu werkeln, selbst über den Haufen geworfen, aber egal. Dafür kam ich voran in Sachen Stoffabbau, denn wie geplant habe ich die die Projekttasche aus Stoffen, die ich bereits im Fundus hatte und – wie sollte es bei mir anders sein – aus Jeans genäht, hier aus den beim Nähen der zuletzt gefertigten Ofenhandschuhe übrig gebliebenen Hosenbeine.

Wenn dir der Stoff im Asanoah-Muster bekannt vor kommt, dann hast du ihn vielleicht schon beim Kinchaku-Beutel gesehen, den ich im letzten Sommer anlässlich des Bloggeburtstages von Andrea | Ich einfach ungeschminkt genäht hatte. Kombiniert habe ich den grafischen Stoff mit ein paar Vögelchen, Schmetterlingen und Pflanzen auf Dunkelblau. Zwischen den Jeansstoff und die Baumwollwebware habe ich eine dunkelblaue Paspel eingenäht.

Bitte wenden…

Ich mag es ja, wenn Dinge einen Mehrfachnutzen haben. Da der Projektbeutel keine sichtbare Wendenaht hat, kann er gewendet und von beiden Seiten genutzt werden. Die zweite Seite besteht auch aus einem Bodenteil aus Jeans (das zweite Hosenbein…), für den oberen Teil habe ich einen cremefarbenen Canvas mit Fischen in Blautönen verwendet. Diese habe ich seinerzeit beim Nähprojekt Kinchaku-Beutel gekauft, dort aber den Stoff mit den Gingko-Blättern verwendet. So tummelten sich die Fische weiter bei mir im Fundus und freuen sich, jetzt endlich raus und ans Licht zu kommen. 😉

Auf Einstecktaschen habe ich ganz bewusst verzichtet. Ich habe zwar schon mehrfach Projektbeutel in der Art wie Abies mit aufgesetzten Taschen gesehen, diese stehen aber immer „so komisch“ ab, kaum dass der Beutel oben zugezogen wird. Das gefällt mir nicht so sehr und ich habe mich schon bei der Kulturbag Petra über mich selbst geärgert, dass ich das nicht bedacht habe.

Außerdem habe ich noch eine Trageschlaufe angenäht, an der die Tasche an einen Haken, die (Liege-)Stuhllehne, einen Türknauf oder ähnliches gehängt werden kann.

Für den Tunnelzug im Asanoah-Muster habe ich Reststücke dieses schönen Stoffes verwendet. Nun besteht der Tunnel – abweichend von der Anleitung – aus vier Einzelstücken, was mir aber gut gefällt. Der Beutel lässt sich dadurch sogar sehr gut zuziehen, fast besser, als wenn so viel Stoff vorhanden ist. Auch das eine Erfahrung vom Nähen der Kulturbag Petra goes swimming von vor zwei Jahren, wo ich den Kordelzug sogar komplett durch einen Reißverschluss ersetzt hatte.

Damit mein Wichtel aber auch Kleinkram unterbringen kann, habe ich als Beigabe zur Projekttasche noch ein kleines Täschchen mit Reißverschluss genäht. Die kostenlosen Anleitung samt Schnittmuster habe ich unten verlinkt.

Für das Täschchen habe ich mich im Patchworken versucht und dafür 280 (!) Inchies in den Farbtönen der Projekttasche zugeschnitten, auf Vlies gebügelt und mit Längs- und Quernähten abgesteppt. Wenn es auch eine jessesmäßige Arbeit war, so hat diese doch viel Spaß gemacht und die Wirkung des neu entstandenen Stoffstücks ist genial, wie ich finde. Hach, irgendwas ist dennoch immer… Ich wollte an das Täschchen noch eine Lasche mit D-Ring und Karabiner annähen, damit das Täschchen in den Projektbeutel eingehängt hätte werden können. Hätte, hätte, Fahrradkette… Der Gedanke war da, mit der Umsetzung hat es gehapert. Schwupps waren die Seitennähte des geschlossen und die Lasche vergessen.

Des einen Leid, des anderen Freud’…

Hier drehe ich den Spruch passenderweise um, denn ich habe mich über die vergessene Lasche am Patchworktäschchen so geärgert, dass  ich noch ein zweites Täschchen genäht habe, das sich nun aber wirklich in die Projekttasche einhängen lässt (dafür habe ich an den oberen Rand der Project Bag eine kleine Schlaufe mit D-Ring genäht, so kann man dort allerlei einhaken). Es handelt sich um eine Falttasche, die ohne Verstärkung ratzfatz genäht ist. Die Laschen sind aus SnapPap und an eine davon habe ich einen D-Ring mit Karabiner angebracht.

Dafür habe ich, wie auch beim Kosmetiktäschchen, mein Label vergessen. Und bei beiden Täschchen habe ich natürlich die Fotos schon gemacht, bevor ich jeweils noch zwei Holzperlen an die Zipper geknotet hatte… Ich wiederhole mich… irgendwas ist immer… 😉

*

*

Zusammen mit einem kleinen Ostergruß hatte sich mein Taschen-Set am Mittwoch auf den Weg zu meinem Wichtel gemacht und ich dort schon im Einsatz. Aber das weißt du bestimmt schon, denn ich bin sicher, du hast den Stein gehört, der mir vom Herzen geplumpst ist, als ich die Nachricht von meinen Wichtel bekam, dass sie sich sehr über das Wichtelgeschenk zum Däschle-Tausch gefreut hat… ♥

[Schnittmuster und Anleitung Projektbag]
Fabelwald | Projekttasche ABIES (Freebie)

[Schnittmuster und Anleitung Reißverschlusstäschchen]
SewSimple | Täschchen Nanami

[…Falttasche]
SewSimple | Falttasche

[Mehr zur Aktion]
Däschle-Tausch 2021
minerva huhn | Instagram

[verlinkt]
Nähzeit am Wochenende
Old Jeans new bag
Patchen und Quilten
Upcycling Love

PS. Da es sich bei den verwendeten Schnittmustern allesamt um (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages) kostenlose Schnitte handelt, gehe ich davon aus, dass der Beitrag nicht unter Werbung fällt. Wenn doch, dann bitte beachten: Werbung. 😉

4 Gedanken zu „Däschle-Tausch 2021 | antetanni näht

  1. Pingback: Nähen und mehr Q1/2021 | antetanni sagt was | antetanni

  2. Pingback: Hex, Hex, Hexies | antetanni näht | antetanni

  3. nealich

    Liebe Anni, Dein erstes Patchwork-Täschi und dann gleich in so einem minimini Format 💪 weil Du es eben drauf hast!!! Hast Du ein spezielles Vlies (Rasterquick oder so ähnlich) benutzt? Es ist doch eher ungewöhnlich, die Teilchen VOR dem zusammennähen auf Vlies zu bügeln 🤔 Egal wie, mir gefällt es total gut und für die Farb-und Stoffkombi hast Du einen tollen Blick.
    Viel Spaß mit Deinem neuen Däschle und liebe Grüße an Dich von Katrin

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    1. antetanni Autor

      Dankeschööööön. Mein Grinsen, du kannst es dir sicherlich vorstellen, geht von Ohr zu Ohr und ich kann die Mundwinkel gar nicht mehr nach unten bringen, so sehr freue ich mich über deine schönen Worte. ♥ Nein, ich habe kein spezielle Vlies benutzt. Ich habe H250 verwendet und auf der Rückseite (der nicht klebenden) mit Hilfe des langen Patchworklineals mit dem Bleistift Linien längs und quer (also Karos) in der Größe der Inchies gezogen. Dann habe ich selbiges direkt aufs Bügelbrett gelegt (nun die Klebeseite nach oben natürlich) und dort die Inchies draufgepuzzelt. Als ich mit der Anordnung zufrieden war, habe ich mit dem Mini-Bügeleisen (ich hab so ein kleines Dingens von Prym) mit der Spitze vorsichtig angefangen, die Inchies festzubügeln. Nur so ein bisschen, damit sie nicht mehr verrutschen konnten. Als das gemacht war, habe ich ein Backpapier über das Werk gelegt und alles richtig festgebügelt. Nach dem Auskühlen habe ich erst das Stoffwerk Reihe für Reihe Inchie-Breite rechts auf rechts gefaltet und die Falzlinie von der linken Seite gaaaaaanz schmal abgesteppt, so wurden die Stoffschnipsel, die auf der Vorderseite Stoß an Stoß lagen, eben um diese wenigen Millimeter aneinandergenäht, damit der Stoß nicht mehr zu sehen war. Zuerst alle Längslinie und danach alle Querlinien. Oje, habe ich es einigermaßen verständlich erklärt? Ich habe ein weiteres Inchie-Mäppchen auf dem Plan, da werde ich die Schritte fotografieren.
      Du liebe Güte, mir fällt ein, dass ich – glaube ich – noch gar nicht gezeigt habe, welche schönen Täschchen ich beim Däschle-Tausch bekommen habe. Das hier gezeigte Taschenset habe ich für meinen Wichtel genäht und längst ist es anderswo im Einsatz. Uiuiui… gleich noch ein Plan für dieses Wochenende. Der April, der April… er macht mit mir, was er will… 😉

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