Murradweg 2022 | antetanni unterwegs (Teil 1)

Lange davon geträumt…

Vor drei oder vier Jahren habe ich in einem Reiseprospekt über den Mur-Radweg gelesen, der in Österreich startet, dort durch den Alpenraum vom Salzburger Lungau durch die Steiermark und schließlich durch Slowenien bis zur Mündung der Mur in die Drau bei Legrad (Kroatien) führt. Der rund 444 Kilometer (andere Quellen schreiben 475 km) lange Radweg gilt als einer der schönsten Radwege des Alpenraums. Der österreichische Teil, den wir zum größten Teil befahren haben, misst etwa 366 Kilometer und jaaaa, es ist wahrlich ein ganz wunderbarer Radweg.

Seit damals wollte ich den Weg beradeln und ich freue mich sehr, dass ich meinen Mann in diesem Frühsommer überzeugen konnte, dass jetzt genau die Zeit gekommen war, den Plan in die Tat umzusetzen. Gut…., vielleicht hat uns auch Mick Jagger dazu „überredet“ oder davon überzeugt, dazu mehr in der Fortsetzung dieses Reise-Mehrteilers. Beginnen möchte ich heute mit Teil 1:

Der offizielle Start des Murradweges ist an der Sticklerhütte auf 1750 m Seehöhe. Wir sind bei Kilometer 28 in St. Michael im Lungau eingestiegen und haben uns aus „(Un-)Lustgründen“ die Murquelle (1.898 m) gespart. 😉 Mein Blogbeitrag heute soll dich mitnehmen auf die wunderschöne Radtour, die wir sehr genossen haben. Damit ich mich selbst an die Stationen erinnern kann, nenne ich auch Hotels und Gaststätten usw., alles aber ist keine Werbung, denn wir haben für alles selbst bezahlt und ich schreibe hier alles aus freien Stücken. Nicht, dass jemand Falsches denkt. Gebucht hatten wir unsere Reise in unserem Reisebüro vor Ort. Soviel am Rande, hol dir am besten etwas zu trinken und nimm‘ dir Zeit, denn es folgen viel Text und viele Bilder (die nicht immer die richtige Reihenfolge zeigen, da ich gar nicht so viel zum Knipsen kam)…


Los ging’s am Freitag, den 27. Mai, das war unser Anreisetag nach St. Michael im Lungau. Nach einer kurzweiligen Fahrt über Obertauern waren wir viel schneller als erwartet am Ausgangsort und dem für die erste Nacht gebuchten Hotel und Restaurant Wastlwirt. Wir haben uns von Minute eins an sehr wohl gefühlt. Sehr nettes Personal und sehr leckeres Essen. Tatsächlich hatten wir zunächst vor, den Nachmittag für eine erste Radfahrt hinauf zur Sticklerhütte mit anschließender Wanderung zur Mur-Quelle zu nutzen. Da wir aber schon so früh am Tag auf den Beinen waren und es sehr warm war, waren wir müde und wollten wir lieber auf der Hotelterrasse relaxen und uns die Beine ein wenig im Ort vertreten. Für’s Radfahren lagen für die kommenden Tage ja noch genügend Kilometer vor uns…

St. Michael im Lungau
Der reizvolle Ort mit rund 3.500 Einwohnern liegt auf 1.075m Seehöhe in einer landschaftlich sehr schönen Umgebung. Ein Ort, der sich sicherlich auch mal für eine längere Auszeit anbieten würde. Am Nachmittag sind wir ein paar Kilometer dem Wanderweg der Sinne gefolgt und haben uns im Ortsteil Glashütte ein leckeres Eis gegönnt.

Etappe 1 St. Michael – Murau (53,5 km, so der Plan, am Ende standen 63,2 km auf dem Tachometer)
Nach einem leckeren Frühstück führte uns die erste Etappe am Samstag durch blühende Felder, lichte Wälder, ein wenig bergauf, dann wieder bergab… Wir haben den Sonnenschein und die schöne Natur sehr genossen. Gegen Mittag zog es etwas zu, aber es war trocken und alles gut, als wir nach 63,2 km in Murau im Hotel und Gasthof Lercher ankamen.


Murau liegt in der Obersteiermark und ist Verwaltungssitz des Bezirks Murau und hat rund 3.500 Einwohner. Nach einem leckeren Essen im hoteleigenen Gasthof wollten wir ein wenig den Ort erkunden, der am Samstagnachmittag allerdings ein wenig ausgestorben wirkte. Egal, unser Ziel war die örtliche Brauerei, die mit gutem Bier (wirklich lecker, yummy) wirbt und deren Besichtigung uns ans Herz gelegt wurde. Die umworbene Erlebnistour blieb uns leider verwehrt, tatsächlich wurden wir etwas unwirsch am Eingang abgewiesen bzw. erstaunt angeschaut, dass wir doch tatsächlich nach einem Besuch direkt am gleichen Tag gefragt hatten. Die drei Damen, die im Biershop tätig waren, hatten zu diesem Zeitpunkt leider ein Streitgespräch unter sich zu klären bzw. wetterten über eine Kollegin oder Chefin, die nicht anwesend war, da ist es ja klar, dass für ein freundliches Wort für uns keine Zeit blieb. Ahhhhh. Sehr unschön. Leider. So zogen wir etwas frustriert wieder ab und trabten durch den etwas trostlosen Ort zurück in Richtung Hotel. Die Häuser und Gassen waren sehr nett, da aber alles geschlossen hatte und es auch viel Leerstand gibt, wirkte alles eben etwas verlassen und trostlos. Egal, im Hotel wartete eine Sauna auf uns und „dank“ gesparter Zeit für die Brauerei-Erlebnistour konnten wir es uns dort und später beim Abendessen ebenfalls im Haus gut gehen lassen. ♥ Ein schöner Tag.


Etappe 2 Murau – Judenburg (laut Plan 51,3 km)
Nach einem leckeren Frühstück und einem „Kältecheck“ draußen vor der Tür zogen wir uns heute am Sonntag etwas wärmer an, denn die Wettervorhersage war ernüchternd. Es sollte (irgendwann später am Tag) regnen, sodass wir uns nicht lange aufhielten und zeitig auf die Räder stiegen. Sanft hügelig wurde der Weg beschrieben und tatsächlich war die Etappe sehr malerisch. Oder sagen wir es so: sie hätte sehr malerisch sein können, denn wenige Kilometer nach dem Start begann es zu tröpfeln, dann zu nieseln, dann zu regnen und zwischendurch zu schütten. Von sanft hügelig und malerisch haben wir nicht mehr viel mitbekommen. Wir sind wie die Wilden in die Pedale gestiegen und haben die Strecke von 56,06 km in 2:43 Stunden gewuppt, um pitschnass am Etappenziel etwas außerhalb von Judendorf, dem Gästehaus Karl August in Fohnsdorf, Ortsteil Wasendorf, anzukommen.

Die mitleidigen Blicke des Personals hättest du sehen sollen, als wir triefend und tropfend an der Rezeption standen. 😀 Leider verfügt das Gästehaus nicht über eine Sauna, die wir an diesem Nachmittag mehr als nötig gehabt hätten, um uns wieder aufzuwärmen. So haben wir die Heizung im Bad und im Zimmer auf Anschlag gedreht, sehr lange und sehr heiß geduscht und jede Möglichkeit, etwas zum Trocknen aufzuhängen oder auszubreiten ausgenutzt. Zum Glück hat auch an Tag 2 (wie jeden Tag) der Gepäcktransport von Etappe zu Etappe sehr gut funktioniert, sodass unsere Koffer schon da waren, als wir ankamen, und wir trockene Wechselklamotten hatten. Uffz.


Das Gästehaus Karl August ist eine Frühstückspension. Fürs Abendessen konnten wir die nur wenige Meter entfernte Pizzeria Ristorante La Rosa im Grünwald besuchen. Ich hatte ein Pizza bestellt, bei deren Anblick der schieren Größe ich echt erschrocken bin. Noch mehr bin ich allerdings erschrocken, dass ich die ganze Pizza mühelos vertilgt habe. 😀

Als 3. Etappe erwarteten uns am Montag rund 70 Kilometer von Judenburg bis Bruck an der Mur. Davon erzähle ich beim nächsten Mal.

Eindrücke von Murau und Judenburg und der Weiterfahrt am Montagmorgen…


Nur noch kurz ein Anekdötchen aus Judenburg: Den Ort mit seinen gut 9.500 Einwohnern haben wir uns nicht angeschaut, die Wirtin des Gästehauses nämlich meinte, er sei nicht so wirklich sehenswert. Diese Aussage ließ mich sehr schmunzeln, denn auch die Wirte zuvor sagten nahezu unisono, man bräuchte sich nicht in den Orten aufhalten, der Radweg selbst sei viel schöner.

Für heute soll es nun aber genug sein, ich habe noch ein bisschen was in Sachen Haushalt, Wäsche und dem Hobby Nähen auf dem Plan, außerdem lacht draußen die Sonne, sodass ich mir jetzt erst einmal ein Tässchen Kaffee draußen gönne. Zuvor jedoch setze ich noch ein Häkchen im Bingo! für Spaziergang im Wald, denn Radfahren im Wald zählt da ebenso dazu, wie ich finde. Yippie-Ya-Yeah, damit habe ich (m)eine erste Bingo-Reihe voll (dazu auch in Kürze mehr…)!

Die Fortsetzung unseres Reise-Mehrteilers Murradweg folgt… ♥

[verlinkt]
Bingo (siehe oben)
My Corner of the World

[Bildnachweis Titelbild]
Eigene Darstellung, Quelle: Sackmann Fahrradreisen, Balingen





11 Gedanken zu „Murradweg 2022 | antetanni unterwegs (Teil 1)

    1. antetanni Autor

      Das war es. Tatsächlich fühlte ich mich bereits nach der ersten Etappe so, als wären wir schon Tage (und nicht erst einen Tag) unterwegs. Alles in allem war die Reise sehr erholsam und tat der Seele gut. Ich kann den Radweg guten Gewissens empfehlen. ♥

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  1. nealich

    Hachz Anni, so schön 😍 Vielen Dank für diesen ersten Bericht! Spannend mit dem Gepäcktransfer, das Gepäck mitznehmen zu müssen ist hier nämlich tatsächlich ein Ausschlusskriterium für diese Art Urlaub 😓 Dabei hätten wir da sicher auch viel Spaß!
    Bemerkenswert auch, dass die Wirte(!!!) ihre Orte nicht loben, brauchen sie keine Gäste? Eigenartig…. Dabei sieht es alles so herrlich aus und sollte durchaus besucht, erwähnt und gelobt werden. So wie Du das machst 🤗 vielen Dank dafür und liebe Grüße an Dich von Katrin

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    1. antetanni Autor

      Ich kann diese Art der Reise nur empfehlen, wir haben es sehr genossen, dass wir unterwegs keine Zeit mit einer Quartiersuche verbringen mussten, auch wenn das vielleicht gegen die Spontaneität spricht. Wir haben selbige jedenfalls nicht vermisst und uns gefreut, dass wir uns auf Land und Leute konzentrieren konnten. Die Wirte, so glaube ich, waren schon stolz auf ihre Orte/Häuser, aber sie maßen dem Radweg mehr Bedeutung zu als den wirklich kleinen Ortschaften, durch die wir geradelt sind. Oftmals gab es wirklich nichts oder zumindest nicht viel, was man hätte anschauen können. Wir mussten bei den Aussagen jedoch auch schmunzeln.

      Ich hoffe, ich komme bald dazu, Teil 2 zu schreiben, solange die Erinnerungen noch frisch sind. ♥

      Liebe Grüße

      Anita

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  2. Pingback: Sonntags Top 7 #25/22 | antetanni sagt was | antetanni

  3. Starky

    Sehr schön hört sich das an. War es denn voll auf dem Radweg? Hier am Bodensee steht man ab Juni bei der Umradelung ja fast im Stau ;).Ich bin gespannt auf Teil 2
    LG Starky

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  4. skylady82

    Liebe Anni, oh wow, Hut ab und vielen Dank für den „sweet escape“, den du uns hier spendiert hast, eine Ecke in der ich viel zu wenig war, wie ich staunend sehen kann 🙂
    Liebste Grüße
    Bianca

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    1. antetanni Autor

      Dankeschön, liebe Bianca. Wir waren zuvor noch nie in der Steiermark gewesen und so freue ich mich sehr sehr sehr, dass wir dieses schöne und sehr abwechslungsreiche Bundesland kennengelernt haben. Ich würde die Strecke am liebsten nochmals radeln, da gäbe es noch so vieles zu entdecken… Ich schrieb es irgendwo schon – es wäre auch eine tolle Tour mit den Kindern, dann einfach die Tagesetappen etwas kürzer einplanen und die Stopps in Orten/Hotels mit Schwimmbad, Zoo, Burgen usw.
      Liebe Grüße
      Anita

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