antetanni

(M)ein kunterbunter Blog rund um Nähen, Fotografie, Wandern, Kochen und viele andere schöne Dinge.

Gepäckanhänger | antetanni näht (Anleitung)

23 Kommentare

Gepäckanhänger für den Koffer…

Ob als Kofferanhänger für die Reise oder als Taschenbaumler im Alltag…

Ein solcher Gepäckanhänger ist aus Stoffresten schnell genäht und macht deinen Koffer oder deine Tasche zum Einzelstück.

Wenn du meinen Beitrag bei Annette | augenstern-hdzauberkrone zur Aufbewahrung von Schnittbogen aus Nähbüchern [Gastbeitrag] gelesen hast und womöglich selbst schon diverse Folien für deine Schnittmusteraufbewahrung zurecht geschnitten hast, weißt du, dass du den Folienverschnitt nicht wegwerfen solltest. Lange angekündigt und hier ist es nun, das kleine DIY-Projekt zum Nachmachen bzw. zur Resteverwertung eben dieser Folienstücke sowie Stoffen aus der Stoffrestekiste.

Eines meiner ersten Nähprojekte waren Kofferanhänger. Ich mag es, wenn das Namensschild nicht sofort zu lesen ist und damit nicht jeder weiß, wie ich heiße und wo ich wohne. Daher habe ich meine Gepäckanhänger mit Verschluss und innen liegendem Namensschild konstruiert. Wie ich die Anhänger genäht habe, zeige ich hier (Bilder zum Vergrößern anklicken):

Das wird gebraucht – hier für einen Gepäckanhänger im Format 9,5 cm x 7 cm, dessen Maße auf den Reststücken an Stoffen und Folie basieren. Ein extra Schnittmuster braucht es nicht, da sämtliche Stoffteile aus Rechtecken in gleicher Größe bestehen. Damit kannst du einen solchen Anhänger in beliebiger Größe nähen.

  • 2 x Klarsichtfolie etwa 6 x 7 cm plus Washitape für die Kanten
  • 2 x Außenstoff und 2 x Innenstoff  11 x 9 cm
  • Aufbügelbare Einlage (ich habe H250 verwendet) 10 x 8 cm (ich schneide die Bügeleinlage immer etwas kleiner zu, damit die Nähte nicht so dick werden, so lassen sich die Stoffteile später besser wenden)
  • 2 x Reststücke Bügeleinlage ca. 2,5 x 2,5 cm, alternativ 2 Wonderdots
  • 1 Band in 50 cm Länge, das kann ein Wäscheband oder Haushaltsband, eine Kordel, Schrägband oder Webband sein (ich habe ein 2 cm breites Haushaltsband verwendet, das ich im Funds hatte, daher beziehen sich die Angaben in der unten stehenden Anleitung auf die 2 cm Breite)
  • 1 Druckknopf (KamSnap o. ä.)
  • 1 Stück Papier für das Namensschild
  • Und natürlich Nähzubehör wie Nähmaschine, Schere, Faden, Bügeleisen, Zange für den KamSnap usw.

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Und so geht’s

  • Bügeleinlage jeweils auf die linke Seite (das ist die Rückseite) der beiden Innenstoffe bügeln (oops, ich habe vergessen, davon ein Foto zu machen, aber ich hoffe, du kannst es dir vorstellen).
  • Jeweils eine kurze Seite aller vier Stoffstücke versäubern (Zickzackstich oder Overlockmaschine), die Mitte der kurzen Seite markieren (am besten kurz einen Knick mit dem Fingernagel falzen, abmessen oder bügeln) und mit 1 cm Abstand rechts und links von der Mitte jeweils eine Markierung setzen (bis zu dieser Markierung wird im nächsten Schritt genäht, die Mitte – hier 2 cm – bleibt frei, das gibt den Schlitz, um das Band später durchzuziehen).

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  • Nun die beiden Außenstoffe mit der versäuberten Stoffkante rechts auf rechts aufeinander legen (die rechte Seite ist die schöne Seite, diese zeigt nun nach innen), an den beiden Markierungen rechts und links von der Mitte eine Nadel setzen und Stoffe mit ca. 0,75 cm Nahtzugabe von der Seite bis zur ersten Markierung absteppen, Nähte verriegeln (jeweils am Beginn und Ende ein paar Stiche vor und zurück nähen – das gilt für sämtliche Nähschritte, ich erwähne es nicht mehr weiter). Dann von der zweiten Markierung bis zur anderen Seite absteppen. Schritt mit den beiden Innenstoffen wiederholen.
  • Nahtzugaben auseinanderbügeln und nun den Schlitz rundherum absteppen – dazu habe ich kurz vor und kurz nach der Öffnung eine Nadel gesteckt, Stoff unter den Nähfuß und zwar so, dass die mittlere Markierung wie bei mir hier auf dem Nähfuß zu sehen auf der Naht platziert ist. Nadel ganz nach rechts und dann einmal ein Rechteck um den Schlitz herum nähen.

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  • Nun den Außenstoff an der zusammengenähten oberen Kante rechts auf rechts zusammenlegen (schöne Seiten innen) und die Seitennähte rechts und links schließen (ich habe hierbei noch mein antetanni-Label mit eingenäht). Mit dem Innenstoff wiederholen.
  • Auf dem Außenstoff (linke Stoffseite) auf beiden Seiten an der offenen unteren Kante jeweils die beiden Reststücke Einlage aufbügeln (sie dienen zur Verstärkung für den KamSnap, damit der Stoff gegen Ausreißen geschützt ist).
  • Kanten ggf. mit der Zackenschere zurückschneiden, Ecken oben an der geschlossenen Kante knappkantig schräg abschneiden (damit es später nach dem Wenden weniger knubbelig ist).

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  • Außenstoff wenden, sodass die schöne Seite nun außen zu sehen ist, Ecken ausformen, bügeln.
  • Außenstoff mit der geschlossenen Kante/dem Schlitz nach oben in den Innenstoff einschieben (schöne Seiten schauen sich an, Schlitze liegen übereinander).
  • Offene Kanten unten zusammenstecken (Seitennähte liegen jeweils aufeinander) und bis auf eine Wendeöffnung von etwa 3 cm mit 0,75 cm Nahtzugabe zusammennähen.

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  • Durch die Wendeöffnung wenden, Ecken des Außenstoffs ausformen, bügeln und Innenstoff nun in den Außenstoff hineinschieben.
  • Ecken ausformen (hier ist ein Essstäbchen sehr hilfreich – auf dem Bild siehst du es, wie es von unten durch die Hülle durchgeschoben oben durch den Schlitz wieder raus kommt), Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen bügeln und ggf. mit ein paar Stecknadeln fixieren.

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  • Rundherum knappkantig absteppen, dabei wird die Wendeöffnung automatisch verschlossen. Da ich den „schöneren“ Stich lieber auf der Außenseite habe, habe ich die Hülle noch mal so gewendet, dass die Innenseite außen lag und ich wie auf dem Bild zu sehen auf der Außenseite nähen konnte.

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  • Hülle wieder wenden, damit der Außenstoff außen und der Innenstoff innen liegt. Bügeln.
  • Am offenen Ende der Hülle einen KamSnap gemäß Herstellerangaben anbringen – auf der Vorderseite den „männlichen“ Teil, auf der Rückseite den „weiblichen“.

Die Stoffhülle des Anhängers ist damit fertig. Weiter geht es mit der Folie für das Namensschild

  • Folienstücke aufeinanderlegen (ich hatte ein Randstück übrig, sodass eine Seite – im Bild oben links zu sehen – bereits geschlossen war) und an einer kurzen Seite (bei mir nicht erforderlich, weil ja schon geschlossen) und einer langen Seite mit Washitape zusammenkleben (hier könnten die Folienstücke auch mit einem Geradestich einfach zusammengenäht werden, ich habe mich für das Tape entschieden, weil die Kanten damit etwas dicker/griffiger werden).
  • Wäscheband auf jeder Seite etwa 1 cm nach innen falten und ein Bandende an die kurze Seite der oberen Folie, eines an die untere Folie nähen (ich hoffe, im Bild unten links ist zu erkennen, was ich meine – ich habe eigentlich viel mehr Bilder gemacht aber irgendwie sind die weg… grrr…).
  • Das Namensschild ist damit an jeweils einer kurzen und einer langen Seite geschlossen und an jeweils einer kurzen und einer langen Seite offen (Bild unten rechts). Nun kann ein Stück Papier in passender Größe zugeschnitten, ein- oder beidseitig beschriftet und eingeschoben werden.

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  • Das Band mit dem angenähten Namensschild nun von unten durch die Stoffhülle ziehen, Druckknopf schließen. Fertig.

Das Namensschild wird durch das Band ins Innere der Stoffhülle gezogen und ist somit von außen unsichtbar. Um es lesen, muss der Druckknopf geöffnet und das Schild nach unten herausgezogen werden. Auf gleiche Weise lässt sich das Papier innerhalb der Folie auch austauschen.

Alternativ zur Folie für das Namensschild kannst du das Papier oder auch eine Visitenkarte laminieren und das Band daran festnähen. Diese Variante ist geschickt, wenn das Papier im Namensschild nicht ausgetauscht werden muss. Ggf. kannst du das laminierte Schild oben auch lochen, das Band durchziehen und festknoten (anstatt es anzunähen), dann ließe sich das komplette Schild austauschen, ohne das Band zu zerstören. Oder man könnte das Band zu einer Schlaufe nähen und an der zusammengenähten Stelle, die später im Anhänger drin steckt, eine Seite eines Druckknopfes anbringen und das Gegenstück auf dem Namensschild. So ließe sich das Schild mittels Druckknopf auch recht einfach austauschen…

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Nun kann der Anhänger um den Griff einer Tasche oder am Koffer befestigt werden. Mit einem solchen individuellen Gepäckanhänger erkennst du deinen Koffer auf dem Gepäckband garantiert viel schneller und Verwechslungen sind damit hoffentlich ausgeschlossen.

Da baumeln sie nun fröhlich im Wind…

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Das ist der Weg, wie ich auch schon diese Kofferanhänger genäht habe. Bestimmt gibt es tausende mehr und andere Anleitungen und bestimmt auch Tricks und Kniffe, wie mancher Nähschritt besser, einfach oder was weiß ich was wäre. Ich freue mich über Anregungen jeder Art. Ich hoffe zudem, ich habe die Anleitung verständlich geschrieben. Wenn du Fragen hast, zögere nicht, einen Kommentar zu hinterlassen oder schreibe mir gerne eine E-Mail (Adresse siehe rechte Seitenleiste).

Wenn du einen Kofferanhänger nach dieser Anleitung nähst und in (d)einem Blog/in sozialen Netzwerken oder wo auch immer veröffentlichst oder verkaufst, bitte ich dich um einen Hinweis, dass es ein Anhänger nach der Anleitung von antetanni ist. Ich danke dir. Außerdem freue ich mich über Bilder der nach dieser Anleitung gefertigten Gepäckanhänger.

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[verlinkt]
creadienstag #292 2017
Freebook Friday #28 Sommer 2017
Nähfrosch | Kostenlose Schnittmuster
stich-schlinge | HandGemachte Tauscherei August 2017
Stoffresteparty August 2017

[Gastbeitrag]
antetanni zu Gast bei Annette: Schnittbogen und Nähbücher – Ordnung im Nähzimmer

 

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23 Kommentare zu “Gepäckanhänger | antetanni näht (Anleitung)

  1. Was eine coole Idee. Wenn ich denn in ein Flugzeug steigen würde lach. Da ich es aber nicht tue, brauch ich sowas tolles leider nicht ^^ Gruß Martin

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  4. Och, das ist ja ne feine Sache!!! Toll gemacht liebe Anni!

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  6. Wow, da hast du aber eine richtig ausführliche Anleitung erstellt. Danke für deine Mühe! Ich mag solche Kofferanhänger auch lieber, wo man nicht gleich alle Daten sieht. LG Undine

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  7. oh sowas kann ich für meinen Einkaufstrolley gebrauchen! Danke.

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  8. Die habe ich mir doch gleich mal abgespeichert. Unsere jetzigen waren beim Koffer dabei, sind aber schon richtig brüchig und müssen dringend ersetzt werden. So findet man den Koffer auch noch richtig schnell wieder, weil so was schönes Buntes hat ja nicht jeder 😉
    LG

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  9. Das ist schön und praktisch zugleich. Tolle Idee!

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  10. Guten Morgen antetanni, das ist eine super schöne Idee für Gepäckanhänger. Ich werde mein Adresskärtchen laminieren. Dann noch ein schönes Stöffchen 😊 Und die Reise kann losgehen.
    Lg, Renate

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    • Dankeschön, liebe Renate. Bei unseren Kofferanhängern habe ich das Papierschildchen auch laminiert und dieses an das Band genäht. Wenn man aber z. B. die (immer wieder wechselnde) Urlaubsadresse aufs Kärtchen schreiben möchte, bietet sich natürlich die Folie zum Austauschen an. Schöne nächste Reise. ♥

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  11. Hey, was für eine tolle Idee!!! Hab vielen Dank für dieses ausführliche Tutorial ❤ Das weckt in mir die auch-machen-wollen-Funktion…. Bilder bekommst Du natürlich 🙂
    Alles Liebe, Katrin

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antetanni hört zu...sag was! (Kommentare sind doch das Salz in der Suppe! ♥, müssen aber von mir freigeschaltet werden, Danke für deine Geduld).

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