antetanni

(M)ein kunterbunter Blog rund um Nähen, Fotografie, Wandern, Kochen und viele andere schöne Dinge.

Sitzsack | antetanni näht (Anleitung)

15 Kommentare

Einmal ist keinmal…

So oder so ähnlich? Nun, bis zu dem Zeitpunkt mit der Füllung, war das ganz klar so…

Irgendwas ist immer. Und hier ist bzw. waren es tausende kleine Kügelchen, die mich zur Verzweiflung trieben.

Aber der Reihe nach… Von langer Hand geplant habe ich vor einigen Wochen schon ein Materialpaket für den Sitzsack Wal gekauft (das Schnittmuster samt Anleitung gibt es kostenlos → siehe Link unten). Alles drin im Paket – Stoffe, Garn, Schnittmuster, Füllmaterial. Aus dem Fundus bzw. zusätzlich benötigt werden nur noch ein bisschen Vlies zum Polstern der Flossen, ein Stück Gurtband für den Blas (die Nebelfontäne, die durch die ausgeatmete Atemluft entsteht), das gleichzeitig als Griff für den Sitzsack dient, und ein Stückchen Filz oder Stoff in Weiß und Schwarz für die Augen.

Auf ans Werk…

Der Zuschnitt ging flott von der Hand, denn es sind nur wenige Teile, aus denen der Wal besteht, und zudem sind sie recht groß, also gibt’s da keine Fummelei um Kurven und Ecken herum. Auch das Zusammennähen der einzelnen Teile war recht schnell erledigt. Einzig herausfordernd war, die großen Stoffteile einigermaßen bequem unter die Nähmaschinennadel zu bekommen.

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Verfluchte Styroporkügelchen…

Mit dabei im Materialpaket war ein groooooßer Sack mit 100 Liter Styroporkügelchen, die irgendwie ihren Weg in den Wal hinein finden sollten. Soweit, so klar. Aus Papier habe ich einen Filter gebastelt und dem Wal ins übergroße Maul (die Wendeöffnung) gesteckt. Soweit, so gut. Die Kügelchen an sich aber erwiesen sich als echte Pest. Da sie statisch aufgeladen waren, tänzelten sie ständig aus der Reihe und „klebten“ nach nur wenigen Minuten überall. Und ich meine wirklich überall. An den Händen, dem Wal innen und außen, dem Gefäß zum Einfüllen, am Schrank, am Fußboden… Himmel. Ich habe Stunden (!) damit verbracht, alle wieder einzufangen und aufzulesen.

Nachdem diese Aufgabe gemeistert war, brauchte „nur“ noch die Wendeöffnung von Hand geschlossen zu werden. Aber auch da habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Beim vorsichtigen (!) Zusammenklemmen der Wendeöffnung nämlich wollte ein ordentlicher Schwung Styropor doch lieber in Freiheit leben, schoss quasi per Fontänenstoß raus aus dem Sitzsack und verteilte sich noch mal quer über den Fußboden, den Näharbeitstisch, den Hocker davor… Hilfe.

Ich habe erst mal kapituliert und das Nähwerk zur Seite gelegt (gaaaanz vorsichtig, versteht sich von selbst). Eine Nacht geschlafen, dann sah die Welt schon wieder rosig aus und mit Engelsgeduld und kleinen Stichen habe ich die Wendeöffnung zum Schluss also von Hand mit dem Leiterstich (auch Matratzenstich genannt) geschlossen. Das war ein bisschen ätzend, da der Outdoorstoff ziemlich fest ist und ich ordentlich Kraft aufwenden musste, um die Nähnadel jeweils durchzuziehen (eine Zange hat dabei gute Dienste geleistet).

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Opfer müssen gebracht werden…

Die in Freiheit geflüchteten Styroporkügelchen fristen nun ihr Dasein im Staubsaugerbeutel. Aber ich bin sicher, irgendwo in den hintersten Ecken und Nischen halten sich noch welche versteckt. Nun denn… Mit den Weg in den Staubsauger gefunden hat meine Lieblingsnähnadel, die ich verwendet hatte, um die Wendeöffnung zu schließen. Da habe ich beim Absaugen des Näharbeitsplatzes nicht aufgepasst und schwupps war sie im Dunkel des Staubsaugers verschwunden. Noch ein ’nun denn’… Ach so ja, das Handrad an meiner Nähmaschine bzw. die Plastikabdeckung desselben wurde auch Opfer des genähten Säugetiers, als an einer dicken Stelle die Nadel stecken blieb und das Drehen mit dem Handrad zu viel für die Abdeckung war. Nun denn zum dritten… Eine neue Plastikabdeckung ist bestellt, die kann ich beim nächsten Nähkurstermin im Nähladen abholen.

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Rundum hat das Nähen des Wals trotz aller Hürden und Herausforderungen großen Spaß gemacht, bei jedem Teil war die Form mehr und mehr erkennbar und so freue ich mich über drei weitere Häkchen (7, 8 und 9) beim HerbstHandarbeitsbingo und sehr über diesen Sitzsack für das Nichten-Tochterkind.

[Anleitung, Schnittmuster]
https://magazin.snaply.de/kostenloses-schnittmuster-wal-sitzsack/

[verlinkt]
Kiddikram
Kissenparty
Menschenskinder
Nähzeit am Wochenende
Sew Mini
UFO Abbau Time
UFO Let’s finish old stuff

 

 

 

 

 

 

 

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15 Kommentare zu “Sitzsack | antetanni näht (Anleitung)

  1. Der Wal ist gran-di-os! Wer sich so was Süßes ausdenkt! Und allergrößte Bewunderung! Maria Widerstand hätte Dir wahrscheinlich statt der Styroporkügelchen Dinkelspelzen empfohlen. Leider hat sie ihren Blog geschlossen… Aber von widerspenstigen Kügelchen habe ich auch schon öfter gelesen. Mit Sitzsäcken sind die Kinder versorgt. Ich werde sie auch nicht öffnen… lg, Gabi

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  2. Was ein süßer Wal. Total genial. Aber das mit den Kügelchen…. ich kann es mir lebhaft vorstellen. Antetanni und die Geysire der Styroporkugeln ^^ Wäre doch mal der neue Film Lach. Wünsch dir einen guten Start in die neue Woche. Gruß Martin

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  3. Liebe Anni,
    der Wal ist so schön geworden. Ich habe vor ein paar Jahren auch mal mit diesen kleinen Füllkügelchen gewerkelt und habe eine recht gute Lösung gefunden: Ich habe den Beutel der Kügelchen nur an einer kleinen Ecke aufgeschnitten, gerade so groß, dass ich eine leere Toilettenpapierrolle oder Küchenpapierrolle reinstecken konnte. Diese Rolle am Beutel gut festgeklebt! Sie dient jetzt als Ausgießtülle und wird direkt in den zu befüllenden Sitzsack gesteckt. Und dann kannst du die Kügelchen direkt vom Beutel in den Sitzsack gießen. Das Ganze habe ich in der Badewanne gemacht, die ließ sich hinterher gut aussaugen, ein paar Kügelchen gehen leider auch so daneben. Also falls du es nochmal wagen willst, vielleicht hilft dir das ja.
    Ich fluche gerade beim Nähen von Softshell… gerade Nähte gehen problemlos, Kurven sprich Ärmel einsetzen hat immer Stichaussetzer… und ich befürchte die Aussetzer auch beim Absteppen… Hast du da zufällig einen Tipp? Hatte mir extra Microtexnadeln gekauft, da sind aber nur Stärke 60 und 70 drin und das geht gar nicht. Am besten geht gerade eine 80er Universalnadel.
    Liebe Grüße
    Sternie

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    • Vielen Dank, liebe Sternie, vor allem auch für den Tipp mit dem Aufschneiden des Beutels. Beim nächsten Säugetier werde ich das in der Badewanne versuchen!

      Softshell: Universalnadel 80er/90er- oder 100er-Stärke (außer der Softshell ist ganz dünn, dann besser die Microtex-Nadel), Fadenspannung leicht runter, Stichlänge eher etwas länger (3,5 bis 4). Ich hatte zudem den Obertransportfuß montiert, da ging das problemlos. Und unbedingt gutes Garn nehmen, das ist meistens glatter als „billiges“ und rutscht besser durch die Stichlöcher. Ach so, Maschine ggf. von Fusseln befreien usw., damit da auch nichts die Stiche verstopfen kann. Ich hoffe, diese Tipps helfen! Viel Erfolg und viele Grüße sendet dir Anni

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      • Guten Morgen Anni,
        danke für deine Tipps! Ich werde die Maschine nochmal reinigen und anderes Garn mitbringen – hatte schon am gutes gedacht doch leider keine passende Farbe da – irgendwas ist immer wie du immer sagst ;) die Fadenspannung muss bei mir sogar hoch auf 7, Stichlänge habe ich wie bei dir. 90er Nadel ging gar nicht und einen Obertransport gibt es für meine Maschine leider nicht…
        Ich bastel später weiter – hier sind Ferien und beide Kinder zu Hause. Ich habe jetzt ein Schulkind…kann es immer noch nicht glauben.
        Liebe Grüße
        Sternie

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  4. Mein lieber Schwan,
    das ist ja toll. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt und ich bedanke mich ganz lieb für deinen Kommentar.

    Grüßle Eva
    die erst jetzt nach Hause gekommen ist

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    • Dankeschön, liebe Eva. Ich musste eben herzlich lachen bei „Mein lieber Schwan“… aber… ist ja auch ein Tier, das das Wasser liebt. :-) Herrlich!

      Herzliche Grüße und hab eine gute Woche ♥ Anni

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  5. Was für ein toller Wal 🐳 und mit Blas !!! Hey, da sind doch die Nebenwirkungen Kinkerlitzchen!!! Ich bin total hin und weg und schau gleich mal nach dem Schnitt, hier gibt es nämlich einen Sitzsack, der vielleicht eine Kur gebrauchen könnte…..
    ♥️grüßle an Dich von Katrin

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    • Dankeschön, liebe Katrin. Kinkerlitzchen… du sagst es. Sternie hatte einen Tipp in Sachen Styroporkügelchen parat, den ich beim nächsten Mal doch glatt ausprobieren werde! ♥-Grüße an dich zurück Anni

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  6. Liebe Anni,
    ich kann dich gut verstehen, diese Styroporkugeln sind die Pest!! Wir hatten eine „grüne Wiese“ ein grüner Sitzsack. Irgendwann ist der Innensack gerissen und schon war es da das Malör!! Alles war mit Styroporkügelchen bestreuselt *lach*. Oh Hilfe!! Der Wal ist richtig schön geworden, hoffentlich hält der Bezug ewig. 😁

    Liebe Sonntagsgrüße,
    Annette

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    • Dankeschön, liebe Annette. Oja, das will ich hoffen, dass der Sitzsack lange hält und die Nähte nicht aufgehen, wenn das Nichten-Tochterkind darauf tobt. Au Backe, nicht auszudenken… Ahhhhhhhh… Aber nun denn, dann wäre das Malheur wenigstens dort und nicht noch mal hier. :-D Beim nächsten Versuch werde ich einen Innensack aus Baumwolle/Jersey (altes Bettlaken oder so) nähen und den Außensack vielleicht mit einem Reißverschluss am Boden versehen… Muss ich noch drüber nachdenken… Aber du siehst, „Einmal ist keinmal…“ wird hier schon sehr konkret. ;-)
      Liebste Montagsgrüße ♥ Anni

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  7. Der Wal ist großartig! Dein Fluchen beim Befüllen und Schließen kann ich aber nachvollziehen. Die Mühe hat sich aber voll und ganz gelohnt!
    LG Jana

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